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Musterbrief



Inhalt

 
MUSTERBRIEF NOVEMBER 2017
 
 
 
Neu in der Sammlung: FSB  
 
FSB – Franz Schneider Brakel GmbH + Co KG
FSB ist ein Hersteller von Tür- und Fensterbeschlägen, Lösungen für elektronisches Zutrittsmanagement und barrierefreie Griffsysteme mit Sitz im Deutschen Brakel.
 
In Iserlohn (D) gründete Franz Schneider im Jahr 1881 einen Hersteller für historisierende Möbelbeschläge und Devotionalien aus Messing. 1909 wurde der Firmensitz von Iserlohn nach Barkel verlegt. FS fügte dem Signet das B für Brakel hinzu - seither besteht die Marke FSB. Das vollständige Liefersortiment von FSB umfasst heute mehr als 25'000 Artikel.
 
Autorendesign: Prof. Hans Kollhoff entwickelt einen Türgriff für FSB
 
Autorendesign
1986 lud FSB bekannte Architekten wie Mario Botta, Peter Eisenman, Hans Hollein, Alessandro Mendini und Dieter Rams nach Brakel zu einem Klinken-Workshop ein.
Was lange als Low-Interest-Produkt galt, wurde durch eines der ersten «Autorendesign»-Projekte zu einem gestalterischen Thema, mit dem sich auch bekannte Architekten und Designer auseinandersetzen wollten.

Türdrücker in Bronze, Aluminium und Edelstahl in der SBCZ Sammlung. Entwurf: David Chipperfield
 
Design- und Produktionskompetenz
FSB macht mit ihren Objektbeschlägen für Fenster und Türen Architektur «be-greifbar». Der Aufstieg zur Architekturmarke begann im Nachkriegsdeutschland der 1950er Jahre. Nach der Schließung des Bauhauses und den Wirren des Krieges erfuhren Design und Architektur in dieser Zeit eine nachhaltige Wiederbelebung. Prägend war das Jahrzehnt von 1953 bis 1963: Johannes Potente kreiert bei FSB sein wegweisendes Handformdesign. Seine Entwürfe wurden in bedeutende Mustersammlungen, wie beispielsweise dem Museum of Modern Art in New York aufgenommen.
 
Geschmolzenes Aluminium wird zum giessen geschöpft 
 
Parallel zum Ausbau der Designkompetenz wurden die Produktionstechnologien und Abläufe ständig weiterentwickelt. Zur Materialpalette von FSB gehören das leichte Aluminium, das unempfindliche Edelstahl, sowie Messing und Bronze die eine naturliche Patina annehmen können.
 
Aluminium gestrahlt, eloxiert, veredelt
Türdrücker aus Aluminium werden bei FSB teilweise noch von Hand gegossen. Das 660 Grad Celsius heiße Leichtmetall wird mit der Schöpfkelle entnommen und anschließend mittels Kokillenschwerkraftguss in Form gebracht.
 
Frisch gegossene Aluminiumteile
 
Das Aluminium füllt dabei den formgebenden Hohlraum allein durch Schwerkrafteinwirkung. Für jedes Türdrücker-Modell aus Aluminium wird auf ein Werkzeug zurückgegriffen. Mit rund 600 Gussformen, sogenannte Kokillen, für die unterschiedlichen Griffe bietet FSB ein sehr grosses und vielfältiges Sortiment an.
 
600 verschiedene Kokillen für jedes Türdrücker-Modell / Trovalisiertrommel
 
Nach dem Giessen werden die Türdrücker-Rohlinge über mehrere Stunden vibrierend in Trovalisiertrommeln bearbeitet. Radien und Kanten erfahren eine behutsame Bearbeitung mithilfe kleiner Keramikkegel. 
 
Aluminiumteile werden zum eloxieren gebracht
 
Eloxalfarben
Seit 2017 bietet FSB Aluminium neu auch eine Palette von Eloxalfarben an. 
Die samtig-matt verfeinerten Aluminium-Oberflächen sind etwas widerstandsfähiger gegen Stoss oder Kratzer als herkömmlich verarbeitetes und eloxiertes Aluminium umd bieten eine angenehme Haptik.
 
 
 
 
 
Die Eloxalfarben von FSB orientieren sich an den klassischen Metall-«Farben» 
 
Otl Aicher
Otto „Otl“ Aicher war einer der prägendsten deutschen Gestalter bzw. Grafikdesigner des 20. Jahrhunderts. Unter seiner geistigen Führung hat FSB in den 1980er Jahren ihre bis heute gültigen Leitsätze entwickelt. Es entstand eine grundlegend neue Designkultur, die neben der Auseinandersetzung mit der Herkunft und Tradition des Unternehmens auf der Kulturgeschichte der Klinke im speziellen und der des Greifens an sich basiert.
 
Otl Aichers Sportpiktogramme für die Olympiade München 1972
 
Aicher entwickelte die „Vier Gebote des Greifens“, die für die Beurteilung guten Klinkendesigns als Richtschnur dienen sollten: Daumenbremse, Zeigefingerkuhle, Ballenstütze und Greifvolumen. 
Aus einem stilisierten Griff schuf Aicher das heutige FSB-Logo. Als Inspiration diente eine so schlichte wie kluge Klinke, die der Philosoph Ludwig Wittgenstein für das zwischen 1926 und 1928 erbaute Haus seiner Schwester in Wien entworfen hatte.
 
 


 
 
 
Führungen in der SBCZ
Zu Semesterbeginn haben auch dieses Jahr wieder viele Studentengruppen die SBCZ besucht. Über 200 Studentent von Fachhochschulen aus Zürich, Winterthur, Bern, Lugano und Münster haben im Oktober die Sammlung und das Angebot der SBCZ vor Ort kennen gelernt. 
 
Studierende der ZHAW Life Sciences und Facility Management informiern sich über Betonwerkstoffe 
 
Viele Exponate in der Sammlung sind einzigartig und können einem Bauwerk, einem Architekten oder einem Designer zugeordnet werden. An einer Führung durch die SBCZ erfährt man die Geschichten hinter den Exponaten und wird über deren Eigenschaften und Spezifikationen fachkundig informiert. Gruppen bis 20 Personen – ob Schulen, Vereine oder Büros erhalten auf Voranmeldung einen vertieften Einblick in die Sammlung und das Angebot der SBCZ. Für Schulen sind die Führungen kostenlos.
RÜCKBLENDE OKTOBER 2017
 
«Systemaik in Stahl» am 05.10.2017,  «Schatten-Stoffe» am 26.10.2017, «Lebensläufe» am 02.11.2017

Öffnungszeiten:
Mo. - Fr. von 9-17.30 Uhr